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Quelle: Bloggerportal |
Produktinformation:
Herausgeber: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Erstmals im TB Edition (18. Dezember 2024)Sprache: Deutsch
Broschiert: 384 Seiten
Klappentext:
Meine Meinung:
ACHTUNG: Der zweite Band kann nicht unabhängig vom ersten Band gelesen werden.
Manchmal fühlen sich Bücher an wie eine Rückkehr zu etwas, das man vermisst hat, obwohl man es kaum kennt. So war es für mich mit „Daughter of the Siren Queen – Fürchte meine Stimme“, Band 2 der Pirate-Queen-Saga von Tricia Levenseller. Es war, als würde ich wieder an Bord gehen, dieselben Segel, dieselbe salzige Luft – aber der Sturm hat sich verändert. Und genau das macht diesen Band so besonders.
Alosa ist zurück! Mit ihrer klugen, bissigen Art, mit Mut, Stolz und einem Schwert, das sie mehr als nur einmal zum Einsatz bringen muss. Doch dieses Mal ist sie nicht nur die taffe Kapitänin, die sich gegen Piratenmänner behauptet. Sie zeigt Risse. Zweifel. Angst. Und genau das hat mich tief berührt. Tricia Levenseller gelingt es, Alosas Stärke nicht durch Unbesiegbarkeit zu definieren, sondern durch ihre Menschlichkeit. Sie ist verletzlich und dennoch kompromisslos. Eine Mischung, die man selten findet.
Riden, ihr ewiger Gegenpol, bleibt charmant aber auch vage. Seine Gefühle wirken hier mehr wie ein Echo des ersten Bandes. Wo vorher flirty Banter war, ist nun Unsicherheit. Und obwohl ich ihre Verbindung immer noch gespürt habe, hat mir das Knistern, dieses rohe, emotionale Feuer zwischen ihnen, ein wenig gefehlt. Ihre Beziehung entwickelt sich weiter, aber auf eine stille, fast zögerliche Art, die manchmal an der Oberfläche kratzt, ohne tiefer zu tauchen.
Die Handlung selbst aber? Ein Abenteuer. Bildgewaltig. Lebendig. Mit Spannung, Meeresmagie und einem Hauch Bedrohung, der sich wie ein dunkler Nebel über die Seiten legt. Die Reise zur geheimnisvollen Insel der Sirenen (Isla de Canta) ist nicht nur ein geografischer Schritt, sondern auch ein innerer. Denn Alosa hat ihren Vater verraten und um gegen den Piratenkönig zu bestehen, muss sie nicht nur Allianzen schmieden, sondern sich selbst neu erfinden.
Ich habe selten so gerne eine Piratenwelt betreten. Levensellers Schreibstil, übersetzt von Frauke Meier, ist wie eine Brise, mal weich, mal rau. Atmosphärisch, klar, emotional aufgeladen, manchmal poetisch. Man taucht nicht einfach in die Geschichte ein man versinkt.
Und doch: Ich hatte etwas mehr erwartet. Band 1 hatte für mich das Versprechen auf etwas Großes in sich, nicht nur in Bezug auf Alosas Reise, sondern auch auf ihre Beziehung zu Riden. In Band 2 fühlte es sich stellenweise so an, als würde das emotionale Herz der Geschichte hinter der Action verschwinden. Das Finale wirkte für mich weniger intensiv als erwartet, fast zu leise für das, was aufgebaut wurde. Und das romantische Drama? Nicht immer greifbar, manchmal fast wie aus einem Teenager-Tagebuch, anstatt mit der Reife, die die Charaktere eigentlich längst verdient hätten.
Trotz kleiner Schwächen ist „Daughter of the Siren Queen – Fürchte meine Stimme“ ein würdiger, spannungsgeladener zweiter Band, der tiefer geht als der erste, emotional aufwühlt und neue Seiten an altbekannten Figuren zeigt. Wer Abenteuer, Piraten und starke Heldinnen mit einer Prise Romantik sucht, sollte diese Reihe nicht verpassen. Auch wenn die Liebesgeschichte in diesem Teil etwas verblasst, bleibt Alosas Reise kraftvoll, gefährlich – und absolut lesenswert.
Mein Fazit:
„Daughter of the Siren Queen – Fürchte meine Stimme“ ist ein spannender zweiter Band mit starken Hauptfiguren, viel Abenteuer und einem tollen Piraten-Setting. Die Geschichte bleibt fesselnd, auch wenn die Liebesgeschichte etwas im Hintergrund steht. Wer Piraten, Magie und eine mutige Heldin mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
4/5 Punkten
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