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Quelle: Bastei Lübbe |
Produktinformation:
Herausgeber : LübbeErscheinungstermin : 28. März 2025
Auflage : 1. Aufl. 2025
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 432 Seiten
Originaltitel : How To End A Love Story
Klappentext:
Meine Meinung:
Yulin Kuangs Debütroman hat mich von der ersten Seite an gefesselt, nicht zuletzt wegen seines atmosphärischen und ungewöhnlichen Settings. Die Geschichte führt uns mitten hinein in die Welt der Drehbuchautor:innen, genauer gesagt in einen Writers' Room, wo gemeinsam an der Serienadaption eines Romans gearbeitet wird. Ich fand es unglaublich spannend, einen so realitätsnahen Einblick in diese kreative, aber auch konfliktreiche Arbeitsumgebung zu bekommen, ein Blick hinter die Kulissen, der dank der persönlichen Erfahrung der Autorin besonders authentisch wirkte.
Statt ein großes Mysterium um ein einschneidendes Ereignis aus der gemeinsamen Vergangenheit der Hauptcharakteren aufzubauen, entscheidet sich Kuang dafür, diesen tragischen Vorfall bereits früh offenzulegen. Diese narrative Entscheidung fand ich erfrischend. Sie schafft Raum für eine feinfühlige Auseinandersetzung mit Schuld, Reue und Heilung, ohne dabei künstlich Spannung zu erzeugen.
Helen und Grant begegnen sich nach über einem Jahrzehnt wieder, ausgerechnet bei der Adaption von Helens eigenem Buch. Zwischen ihnen liegt ein unausgesprochener Schmerz, doch während sie gezwungen sind, miteinander zu arbeiten, nähern sie sich auch auf einer persönlichen Ebene langsam wieder an. Besonders berührt hat mich, wie Kuang diesen Prozess beschreibt, leise, tastend, glaubwürdig. Es geht nicht um dramatische Gesten, sondern um kleine Momente der Annäherung, des Verstehens und der Heilung.
Die wechselnde Erzählperspektive aus Sicht beider Hauptfiguren hat mir besonders gut gefallen. Sie erlaubt einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt sowohl von Helen als auch von Grant, wodurch man ihre inneren Kämpfe, Unsicherheiten und Entwicklungen hautnah miterlebt. Gerade dadurch konnte ich sehr gut mit den Charakteren mitfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen, selbst dann, wenn sie Fehler machen oder sich zurückziehen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, eine angenehme Mischung aus Leichtigkeit und emotionaler Tiefe.
Was mir weniger gefallen hat, war der stellenweise etwas unausgewogene Erzählrhythmus: Längere Passagen, in denen wenig passiert, wechseln sich abrupt mit emotional aufgeladenen Szenen ab.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte hat mich How to End a Love Story tief bewegt. Der Roman ist kein Wohlfühlbuch im klassischen Sinne, dafür behandelt er zu viele ernste Themen, aber er erzählt eindrucksvoll davon, wie Vergangenes uns formt und wie Heilung manchmal genau dort beginnt, wo wir es am wenigsten erwarten.
Fazit:
Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für emotionale, vielschichtige Geschichten interessieren, die hinter die Fassaden blicken, sowohl der Figuren als auch einer wenig bekannten Branche.
4/5 Punkten
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